Gestern sprachen ami und ich darüber und es geisterte mir heute den ganzen Tag im Kopf rum, so dass ich meinen verqueren Gedanken nun doch einmal Luft machen muss.
Ich kann es drehen und wenden wie ich will. Ich kann nicht 100% Mutter und 100% Berufstätig sein, es gibt keine 200%. Also kann ich maximal 50% Mutter und 50% Berufstätig sein oder 30% zu 70% oder 40% zu 60% oder… Erklären Sie bitte das mal meinem Sohn und im gleichen Atemzug meinem Arbeitgeber.
Jeder der sagt, “Berufsleben und Familie lässt sich sehr gut vereinbaren”, der hat a.) keine Ahnung, b.) keine Kinder und ist c.) vermutlich ein Mann.
Brechen wir das Ganze doch mal runter. Generell ist es ja schon schwierig überhaupt einen Job zu finden. Einen Job zu finden, der den eigenen Fähig- und Fertigkeiten entspricht noch möglich. Einen Job zu finden, der den eigenen Fähig-und Fertigkeiten entspricht und auch noch Spaß macht, schwieriger. Ein Job der den eigenen Fähig- und Fertigkeiten entspricht und natürlich Spaß macht und noch dazu in der Nähe des Wohnortes liegt gestaltet sich schon wie ein kleines Wunder. Einen Job zu finden, der den eigenen Fähig- und Fertigkeiten entspricht, der Spaß macht erreichbar und gut bezahlt ist scheint fast unmöglich. Und dann noch zu all diesen Punkten, den passenden Arbeitgeber zu finden, der eine Mutter mit einem Kind/ Kindern unter drei in Teilzeit beschäftigt ist unmöglich.
Und sollte es doch möglich sein, dann brauchen Sie ja nur noch einen Betreuungsplatz und bitte kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn Sie ihr kränkelndes schreiendes Kind in fremde Hände geben.
Mal Hand auf’s Herz liebe Mütter, Politiker, Arbeitgeber, Männer und Väter.
Das ist doch wirklich paradox.
Ich habe als Mutter keine Wahl, nicht wirklich. Nicht das Sie hier meinen die Väter hätten eine vielleicht eine klitzekleine. Ich will damit sagen, dass es für Väter ebenso schwierig ist, vielleicht in gewissen Punkten haben sie es schwerer als Mütter. Sie haben zwar den Vorteil, (leider) immer noch mehr zu verdienen, dadurch haben sie aber auch einen enormen Druck. Bring das Geld nach Hause, sicher die Familie ab und vor allem aber “kümmer dich um deine Kinder”. Bestimmt keine leichte Aufgabe nach einem acht bis zwölf Stundentag das nölende, da müde und überreizt Kind zu bespassen um vielleicht auch noch damit die schwangere nölende Frau zu entlasten. So trägt nun mal jeder sein Schäufelchen.
Und dann muss ich halt Putzen gehen, weil das vielleicht der einzige Job wäre, der mit den Betreuungszeiten meiner Kinder vereinbar ist. Vielleicht ist das auch der einzige Job den ich überhaupt unter gegebenen Umständen bekommen würde.
Die Frage danach was man selber will, benötigt um sich nicht nur als Mutter oder eben berufstätige Mutter zu sehen, lasse ich hier mal aussen vor.




18 April 2008 um 14:43
Ja, ich denke auch, da muss jeder seine Prozente finden – und die seines Partners, seiner Kinder usw. Was bei den einen geht – geht bei den anderen noch lange nicht.
Ich betrachte derartige Diskussionen ja immer ein bisschen so.. naja, aus der Distanz. Zum einen war bei mir klar, dass ein “nicht mehr arbeiten” gar nicht geht.
Ich beziehe mich auf keine Blog-Mamas).
Seitdem ich arbeite (also lange vor den Kindern), war ich immer und immer ein glücklicher Workaholic. Ja, so ist es. Mir machte es tatsächlich nichts aus, direkt von der Arbeit (spääät) auf ne Party zu gehen und die dann früher zu verlassen als die anderen, weil irgendeine Deadline eingehalten werden musste. Ja. Also – ohne geht nicht.
Und nachdem ich nach Levins Entbindung aus dem Krankenhaus kam – habe ich auch direkt weiter gearbeitet. Naja, bis Levin dann seine Prozente einforderte.
Dann reduzierte ich eben wieder – und mittlerweile arbeite ich eigentlich wieder so viel, dass es mein Workaholicer-Herz befriedigt. Trotzdem bin ich eben eine fast immer für meine Kinder anwesende Mutter. Und die Kunden haben sich durchaus auch daran gewöhnt, dass eine Deadline mal flöten geht.
Manchmal habe ich fast ein schlechtes Gewissen, wenn mich andere Mamas fragen, wie ich denn damit umgehe, meine Kinder so lange in die Kita zu geben. Naja… Lilith ist noch bei mir und wird dann im September gehen – und Levin geht ja nur in einen Teilzeitkinderladen (und geht ca. 5 Stunden am Tag). Ich weiss, dass mein Spagat nur ein sehr kleiner ist und viele, viele Mamas da viel größere Verrenkungen machen müssen.
Trotz meiner Sonderrolle maße ich mir Meinungen zu dem Thema an. Und da ist so manche Mama, die eben Zuhause ist und sich gerade nur mit ein paar Hobbies das Selbstbewusstsein ein bisschen zurecht biegt, aber ansonsten so unendlich gefrustet ist vom Leben als Mama und Hausfrau – dass ich denke “Mensch: SUCH DIR NEN JOB!” Und wenns nur ein paar Stunden in der Woche sind… Denn so eine Dauerfrustmutter ist für Kinder UND Gatten doch echt nen Horror. Ganz zu schweigen davon, dass diese Frauen ständig unglücklich sind. Ganz, ganz schlimm ist es, wenn als Mittel zum Zweck – als Ausweg aus diesem Lebensfrust dann noch das nächste und das nächste usw. Kind in die Welt gesetzt wird (wer sich angesprochen fühlt, wird wissen warum
Andererseits gibts natürlich auch die Mütter (eine davon wohnt bei uns im Haus), die das Kind morgens um 7.00 in die Kita bringen und abends um 19.00 wieder zurück kommen. Unsere Nachbarin begründet das Ganze mit “Ich brauche echt einfach ein bestimmtes Maß an Luxus, um zufrieden zu sein” – während die Tochter mir mal zuflüsterte “Meine Mama ist immer als allerletze in der Kita abends…”. Tja – wessen prozente sind da wichtiger?
So, Ende des Romans.
Grüße
18 April 2008 um 14:54
“nur” ist ja leicht gesagt. das reicht ja auch noch, oder?
18 April 2008 um 21:51
@ suse
ja da gehörst du zu den müttern die von zuhause aus arbeiten können und auch bennet geht “nur” sechs stunden in eine einrichtung. demnach ist unser beider spagat wohl ein kleiner(er), trotzdem nicht zu verachtender.
allerdings wurde letztens bemängelt, dass kaum eine frau ein jahr nach der geburt wieder zurück in ihre vollzeitstelle geht. wie denn auch? vollzeitstelle und wo bleibt das kind? entweder teilzeit oder eben nüscht. ausserdem findet sich, zumindest hier bei uns, keine betreuungseinrichtung die ein kind unter drei von morgens um sieben bis abends um sieben betreut. dann braucht man auch keine kinder, dann kann ich mir auch welche am wochenende ausleihen oder so.
vielleicht sehe ich das zu eng. schließlich habe ich den luxus überhaupt die möglichkeit zu bekommen zuhause zu bleiben. ich habe einen mann der mich unterstützt und ich muss nicht das kind rauspressen und am selben tag wieder arbeiten weil ich keine andere wahl habe.
trotzdem regt mich das großspurige gerede auf, es sei beides machbar. machbar schon, aber keine der beiden sachen bekommt dann eben 100%.
@ mama schwaner
ja es reicht. allerdings werde ich mir in jeder anstrengenden sekunde vor augen halten, dass ich eben NUR zuhause und nicht AUCH NOCH arbeiten bin!
erinner mich daran, wenn ich das große jammern bekomme!
19 April 2008 um 8:28
Also meine Meinung kennst du ja. Nachdem sich uns jetzt die Möglichkeit einer zahlbaren und guten Ganztagsbetreuung für beide Kinder ab nächsten Jahr ergibt, bin ich wieder mal beim Überlegen. Denn möchte ich das? Möchte ich Vollzeit arbeiten gehen nur um meinen Job und die Aufstiegsmöglichkeiten zu behalten, die ich mir teilweise schon vor den Kindern erarbeitet habe? Und meine Antwort ist: NEIN! Ich will meine Kinder nicht den ganzen Tag abgeben, das ist mir kein Job wert.
Und: In meinen Tanzstunden sehe ich Kinder, die den ganzen Tag in Betreuung sind. Einigen davon geht’s damit gut, andere sind schrecklich anlehnungsbedürftig und betteln um liebevolle erzieherische Aufmerksamkeit. Die Kinder sehe ich an und denke mir: Das will ich nie und nimmer für meine Kinder. Keine Kritik an den Müttern, ich weiß die können nicht anders (alleinerziehend), aber ich habe den Luxus die Wahl zu haben…
Diese Illusion von der glücklichen Kindern mit den Vollzeit arbeitenden Müttern: Das ist einfach nicht die Regel. Wenn dann geht das sowieso nur Halbzeit. Und nächste Frage: Was passiert mit den größeren Kindern (in KiGa und Schule) in den Ferien? Was macht man/frau dann? Das muss dann wieder jede Familie irgendwie lösen…
19 April 2008 um 16:40
Ach ja, da ist sie wieder die Diskussion! Ich verstehe Sie nur allzu gut, liebe June! Meine Kinder sind ja jetzt 2×9 und 11. Und ich bin seit 11 Jahren zu Hause. Zwischendurch als Selbständige, aber schon lange wieder ganz pur Mutter, Haus- und Ehefrau. Mein Mann arbeitet sehr viel, war auch über viele Jahre sehr viel unterwegs. Da habe ich hier eine one-man-show geschmissen, mit großem Haus, Garten und einem Kind, das immer wieder extra Betreuung braucht und die noch nichtmal planbar. Sondern plötzlich schwupps Kind “krank”-Krankenhaus-OP und danach Erholung. Und WENN ich mich in den Jahren dann mal beworben habe und WENN ich es dann bis zum Vorstellungsgespräch geschafft habe, kam ich bis zu der Frage “Und was machen Sie mit Ihren Kindern, was ist, wenn eines krank wird?” Diese Frage muss man ja nicht beantworten, aber ich habe sie immer beantwortet, auch wenn die Stimmung dann so war, dass ich getrost hätte aufstehen und gehen können. Den Job bekam ja eh die Mutter mit großen Kindern/ohne Kinder oder wo es so offensichtlich ist, dass sie die Kohle braucht. (Das kommt auch noch dazu, das sagte mir eine gute Freundin, die Leute einstellt, dass man da zwischen den Zeilen liest und in unserem Falle KANN mein Mann halt die Familie gut alleine ernähren.)
Erschwerend kommt dazu, dass wir auf dem Lande leben, Kindergarten ging von 9-12. Verlässliche Grundschule war bis vor 1,5 Jahren ein Fremdwort. Die Kinder müssen viel gefahren werden, die Busse fahren nur zu den Schul–Stoß-Zeiten.
ABER: wish me luck! Mama DüneSieben macht sich auf den Weg. Ich bin bei der besagten Agentur gemeldet, bin gleich in eine Maßnahme eingesprungen und hoffe, dass ich den Sommer und die Sommerferien noch “ein letztes Mal” genießen kann und dass es dann im Herbst/Winter losgeht.
Aber Sie, Sie kriegen jetzt erstmal Ihre Lola und genießen das Jahr zu Hause mit ihren beiden Kleinen. Und diese Gedanken, die werden wir Frauen immer und immer haben. Ist einfach so.
19 April 2008 um 20:01
Die Prozenterechnung geht nicht auf. Obwohl ich dir recht gebe, dass der Spagat unschön ist und manchmal nicht nur hart ist, sondern auch verdammt wehtut. Aber man ist doch nicht nur 50% für sein Kind da, nur weil man 5 Stunden arbeiten geht. Was soll man denn sonst machen, in der Zeit die das geliebte Kind im KiGa ist?! (Beispiel) Da ist man doch keine schlechtere Mutter. Da ist man genau 100% da. Zoe ist 7 Stunden im KiGa und das obwohl ich zu Hause bin. Auch würde deine Rechnung beinhalten, dass man mit mehreren Kindern nur jeweils einen kleinen Teil (ein paar Prozente) geben kann. 50% Bennet, 50% Lola. Ich denke es geht vielmehr darum immer präsent zu sein, immer Ansprechpartner zu sein, denn manchmal zieht sich unsere Große einfach zurück. Dann will sie mich nicht da haben, aber auch da bin ich 100% für sie Mutter. Und wenn ich abends hier sitze und Webseiten-Texte, Designs etc. aus meinen Fingern sauge, arbeite ich auch volle 100%. Ein 2-Meter Storch, den ich letzes Jahr anfertigte, machte ich auch tagsüber und Schwiegermutter versuchte die Kinder zu beschäftigen, aber auch da musste ich die Arbeit unterbrechen und kurz für die Kinder da sein. Es ist schwer, aber wenn man mit Herz dabei ist, gibt man immer 100%.Wir sind doch auch immernoch gute Mütter, wenn wir abends in der Kneipe oder Kino hocken. Weil wir tun, was für uns gut ist. Wir sind die Basis. Wenn es uns gut geht, können wir immer 100% geben.
19 April 2008 um 20:01
@ dünesieben
liebe frau dünesieben, ich danke ihnen sehr für ihre ehrlichen worte und ich hoffe sehr, dass sie nun das letzte mal sommerferien haben werden auch wenn das irgendwie komisch klingt.
ganz hausfrau und mutter kann und will ich mir nicht vorstellen, aber vollzeit arbeiten geht nicht. es geht nicht wenn die kinder so klein sind und wenn sie größer sind ist es zwar machbar aber eben schwierig. mich ärgert es einfach nur so, wenn die politiker beschweren, dass viele mütter sich nicht in die arbeitsgesellschaft rückintegrieren, im gleichen atemzug wird aber über die jugendlichen geschimpft die keine moral haben und keinen bock auf garnichts. das sind dann leider (klischee hin oder her) genau die jugendlichen, die keine ansprechpersonen haben, da die eltern arbeiten und nach feierabend einfach keine kraft und keinen nerv mehr haben. ich war schlüsselkind, meine mama alleinerziehend. mir hat es denk ich nicht geschadet, aber ich war voller neid auf jeden mitschüler bei dem das essen auf dem tisch stand und bei den hausaufgaben geholfen wurde.
ach ich könnt hier schon wieder vom hundersten ins tausendste kommen…
es ist wie sie schreiben, ich werde nun erstmal noch ein paar wochen brüten, dann werfen und dann ein jahr zuhause sein!
19 April 2008 um 20:11
@ kassio
da hast du mich ein wenig missverstanden.
es geht hier nicht wirklich um die tatsächlichen prozente, sondern mehr um die gefühlten. wenn ich fünf stunden arbeiten gehe, jeweils noch eine stunde fahrtzeit hin und zurück habe, dann nach hause komme, dann bin ich nicht 100prozentig da – also mutter. dann bin ich müde und kaputt und will erstmal zeit für mich.
bennet wird auch weiterhin in die krippe gehen wenn lola da ist und ich sehe das schon so, dass in dieser zeit lola gefühlte 100prozent bekommt.
außerdem wirst du das doch gewiss auch so empfinden, dass du dann, wenn zoe im kiga ist mehr zeit für die jungs und somit prozentual mehr aufmerksamkeit für die kleineren hast, als wenn sie da wäre. und nur weil das kind in betreuung ist, heißt das ja nicht man ist eine schlechte mutter oder man schiebt das kind ab. nein, bennet geht gerne in die krippe. ich würde ihm keinen gefallen tun ihn da raus zu nehmen nur weil ich nun zuhause bin. aber ich bin schon froh, vormittags dann nur ein kind zu haben. das macht mich nicht zu einer schlechten oder überforderten mutter sondern zu einer, die lola genau so intensive mamazeit zugestehen will wie bennet sie erhalten hat. aber worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass man nicht, gefühlt oder tatsächlich beides 100% machen kann. irgendetwas wird zurückstecken müssen, sei es das kind dem man keine volle aufmerksamkeit nach einem arbeitstag schenken kann oder eben die arbeit die schon wieder drei wochen auf einen verzichten muss, weil das kind sich schon wieder den üblen magen darm virus eingefangen hat…
15 Dezember 2008 um 12:58
@ June
Ja, das Dilemma:-). Das kenne ich und viele andere berufstätige Mütter auch. Das ist doch schon mal was. Man steht nicht alleine da, auch wenn man sich oft so alleine fühlt, angesichts der von Dir beschriebenen Probleme wie verständnislose Chefs, dem Gefühl von permanenter Unzulänglichkeit (eben NIE 100% geben zu können – zumindest gleichzeitig als Mutter UND Berufstätige) und dem berechtigten Wunsch, dabei auch mal einfach mal ganz für sich zu sein. (Ein Zustand, für den man sich manchmal regelrecht meint schämen zu müssen, wo kommen wir denn da hin, wenn Mama auch noch Zeit für sich braucht?!;-)))
Da mich dieses Dilemma genauso fasziniert wie frustiert hat, hab ich es aufgegriffen, Mütter interviewt und nach ihren persönlichen Erfahrungen befragt. Und schließlich mit http://www.muetter-in-medienberufen.de ins Netz gestellt. Es beschäftigt mich (und viele andere Mütter, nicht nur die in Medienberufen;-)) nach wie vor und ich finde, das Wichtigste ist, nicht den Mut zu verlieren, sich nicht unterkriegen zu lassen.
Mut zu haben, seine Träume zu verwirklichen, auch gegen den Strom zu schwimmen. Das Wissen und die Gewissheit zuzulassen, dass man eben nicht parallel auf allen “Hochzeiten” tanzen und dabei immer 100 Prozent geben kann. Irgendetwas bleibt immer auf der Strecke, aber ist das so schlimm? Warum müssen wir immer perfekt sein? Warum müssen wir ÜBERALL perfekt sein?
Die Hauptsache ist doch, dass wir wissen, was für uns wann Priorität hat.
Ich arbeite (mittlerweile) von zu Hause aus. Das ist natürlich ein Riesen-Vorteil. Nicht immer, aber oft. Die Kinder wissen ganz genau: “Oh, Mama arbeitet, jetzt braucht sie Zeit für sich…” Andererseits – wenn sie sich mal wieder fetzen, oder einfach nur nach einem geschwisterlichen Streit nach Anlehnung und Trost suchen… Ich bin da! Ich kann trösten. Gut, sicher auch mal nur VERtrösten, aber ist das so schlimm? Sie sind 6 und 8, da klappt das eigentlich schon ganz gut.
Ja, ich erinnere mich auch an andere Zeiten. Da brauchten sie mich permanent und dennoch blieb bei mir (Schande über mein Haupt, ich fühlte mich schon beim Gedanken daran als gnadenlose Rabenmutter;-))
immer die Frage im Raum: “Nur”-Hausfrau und Mutter? Das kann ich nicht, da fehlt mir was. Ich habe immer äußerst engagiert und zeitlich ausgedehnt gearbeitet. Ich liebte meinen Beruf und konnte mir nicht vorstellen, diesen nun gänzlich aufzugeben. Ja, nach 5 Jahren Elternzeit wieder einzusteigen war schwer. Genau deshalb, weil Teilzeit und ein gewisser Anspruch an Freude und Zufriedenheit mit dem eigenen Job häufig nicht vereinbar waren.
Aber daran kann man arbeiten, finde ich. Und ganz ehrlich – ist Mama im Berufsleben zufrieden – hat die ganz Familie etwas davon. Besser als die Mama, die immer anwesend, dabei aber Hölle-unzufrieden ist und ihren ganzen Frust über Wäschewaschen, Haushalt schmeißen, Kinder-immer-”im Griff”-haben-und-gut-erziehen-müssen irgendwann woanders entlädt.
Es gibt Phasen, die wechseln sich ab: Mal ist der Schwerpunkt im familiären Einsatz, mal im beruflichen und – das ist auch gut so. Also denke ich: Immer so viel geben, wie man gerade kann, egal wie das Mischungsverhältnis ist. Eine eigene Mischung kann sich jede Frau also selbst zusammenstellen.
Und eine Auszeit für jedes Kind zu nehmen, finde ich persönlich wunderbar. Beruflich zwar äußerst schwierig zu verkraften, aber auch das geht und ist argumentierbar. Man muss nur dazu stehen, finde ich. Trotz guter Hort- und KiGa-Betreuung kam das “Rundum-Sorglos-Paket” von 7-18h für mich nie in Frage. Genau, liebe June, wenn ich komplett Vollzeit arbeiten ginge oder auch während der ersten Jahre gegangen wäre, was wäre das für ein Familienleben (gewesen).
Die Idee, sich dann lieber am Wochenende Kinder auszuleihen, oder sich als professionelle Patentante im Kreise von Kinderreichen Freundinnen beliebt zu machen, ist dann doch wohl reizvoller;-)).
Nur zur Erklärung, die Alleinerziehenden (Mütter oder Väter) möchte ich hier wirklich nicht ins schlechte Licht rücken. Sicher, es gibt Lebenssituationen, in denen sich die Frage nicht stellt, da muss der Lebensunterhalt gesichert werden. Aber genau da finde ich sollte der Staat auch einmal ansetzen. Anstatt immer weitere Öffnungszeiten bei der Betreuung anzubieten, lieber Arbeitgeber unterstützen, mehr (höher qualifizierte und) besser bezahlte Teilzeitjobs anzubieten.
Ja, ja, ein weites Feld und es gibt viel zu tun. Liebe June und liebe Mit-Bloggerinnen, sich einmischen und mit reden, das finde ich wichtig. Und klar machen, dass unsere Kinder schließlich die Arbeitnehmer und Rentenzahler der Zukunft sind. Wer das als Arbeitgeber außer acht lässt, sägt an dem Ast, auf dem er selber sitzt.
Euch allen Gesundheit, eine schöne Adventszeit, viel Spaß mit euren Kindern und Mut, auch mal alle Fünfe gerade sein zu lassen. Es gibt nur dieses eine Leben – also genießt es, ohne ein permanent schlechtes Gewissen zu haben. Mehr Gelassenheit tut allen gut.
Eure Mimamia
14 Oktober 2009 um 12:07
[...] nicht getan, die Hausarbeit erledigt sich erfahrungsgemäß auch nicht von selbst! Die durch die Berufstätigkeit entstehenden Probleme mit der entsprechenden Kinderbetreuung sind fast schon [...]